• Zeitgenosse Bürgermeisters Peter de Jong
  • Burgemeester Peter de JongeAm 29.Juni 2005 unterschrieben Louis Le Roy und der Heerenveener Bürgermeister Peter de Jonge eine Absichtserklärung. Die Gemeinde versprach, den in Gang gesetzten Prozess vom ‚Garten von Le Roy ’ für mindestens 100 Jahre zu adoptieren. Nachstehend ein paar Fragen an den Bürgermeister.

    Was halten Sie von dem Wiedererblühen vom ‚Garten von Le Roy’?
    Ich finde es schön und bin froh, dass das Projekt wieder angepackt wurde. Die Zusammenarbeit mit der Stiftung ZEIT ist offen und angenehm. Ich habe das Gefühl, dass sie sehr gut beschäftigt sind.

    Wie sollen Ihre Nachfolger mit der Absichtserklärung umgehen?
    Einhundert Jahre sind eine sehr lange Zeit. Und wie meine Nachfolger hiermit umgehen werden, weiß ich natürlich nicht. Viel wird von den Anstrengungen der Stiftung ZEIT abhängen. Sie wird demonstrieren müssen, dass ihr Atem lang genug und sie im Stande ist, den Stock für einhundert Jahre weiterzugeben. Wir unterstützen die Stiftung Zeit, um ihre Zielsetzung zu realisieren.

    Können Sie anderen Gemeinden auch so eine Absichtserklärung anraten?
    Sicher. Es ist die Mühe wert, diese Art der Entwicklung an weiteren Orten in Gang zu setzen.
    Im Prinzip geht so ein Projekt wie der ‚Garten von Le Roy’ überall. Als Gemeinde muss man allerdings freilich den Mumm haben, um die Verwaltung von solch einem Stück Grund aus den Händen zu geben. Persönlich bin ich sehr froh, dass es hier in Heerenveen sehr organisch gewachsen ist. Man kann so was nicht einfach mal so einführen, das ist nicht zu ‚bestellen’. Anständig wie die Natur müssen die Institutionen und Menschen langsam dorthin wachsen.
    Ende der sechziger Jahre war dieser Garten eine Novität. Es war damals sehr fortschrittlich von der Gemeinde, mit Le Roy in See zu stechen. Danach traf den Park die Vergessenheit, während inzwischen hinter jeder Rücken die ökokathedrale in Mildam zu Wachstum kam. Das war sehr wichtig für diesen Prozess, weil um Le Roy herum eine Gruppe inspirierter Leute entstand, die den ‚Garten von Le Roy’ wieder aufgriff.

    Was werden sie an dem Projekt Interessierten raten?
    Es ist sehr wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem Raum, den die Natur und die Menschen einnehmen. Natur und Mensch gehören zusammen. So ein Garten muss keine wüste Wildnis werden. Menschen müssen eingreifen. Dafür hast du einen Baumeister nötig. Jemanden mit einer Idee. Den kann man nicht einfach mal so aus der Hosentasche ziehen. Jan Scheffer (ehemals PvdA – Beigeordneter in Amsterdam) sagte einmal gut: „Wenn man zuviel Mitbestimmung gibt, wird alles das Selbe.“ Dem stimme ich zu. Für ein solches Projekt braucht man sehr wohl einen Künstler!

    Was halten Sie davon, dass die Stiftung ZEIT die Bevölkerung beim ‚Garten von Le Roy’ mit einbeziehen will?
    Das wird schön sein, wenn man eine aktive Gruppe von 20 bis 30 Personen hat, die sich davon angezogen fühlt. Ich denke freilich, es ist nötig, dass die Stiftung ZEIT auf eine unnachdrückliche Art und Weise nachdrücklich steuert. Es muss jemanden mit einer Idee geben, jemanden der sagt: wir gehen an dieser Seite hoch (we gaan die kant op). Das muss kein Busch werden, aber auch kein geharkter Garten. Den Raum, den die Stiftung Zeit offen lässt, können andere Menschen ausfüllen. Das sorgt für Abwechslung in der äußeren Erscheinung. Ich hoffe, dass jedes Mal mehr Menschen angezogen werden, die das gewisse ‚Extra’ mitbringen.

    Welchen Teil finden Sie den schönsten im ‚Garten von Le Roy’?
    Den sozialen Begegnungsplatz mit den großen steinernen Tischen und den Sitzecken. Das ist jetzt so ein Platz, an welchem Natur und Kultur zusammenkommen. Hier kommt die Idee hinter dem Projekt am stärksten zum Ausdruck.

    Übersetzung von Thomas Richard